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Wie die Städte der Zukunft leiser und sauberer werden wollen (GEO)

Wie die Städte der Zukunft leiser und sauberer werden wollen (GEO)

Datei:Geo logo.jpg – WikipediaEin Artikel von GEO hinterfragt am Beispiel der neu gebauten Stadt Songdo in Südkorea, wie sich neue, am Reissbrett geplante und entwickelte Smart Cities nach asiatischem Vorbild mit unserem (europäischen) Verständnis von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz vereinbaren lassen, wenn es um maximale Effizienzlösungen einer Smart City geht. Um die Antwort gleich vorneweg zu nehmen: sie sind nicht vereinbar. Umso wichtiger scheint mir die aktuelle Auseinandersetzung mit entsprechenden dezentralen Technologien im Rahmen von deutschen Smart City – Strategien, die das Individuum schützen sollen. Lesenswert!

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Wer im südkoreanischen Songdo seinen Müll wegwirft, sollte ihn peinlichst genau sortiert haben, will er den Argusaugen des Abfallscanners entgehen. Denn wirft der Mensch Lebensmittelreste in den Plastikcontainer, registriert die Maschine das und weigert sich, den Müll anzunehmen.

Ist alles korrekt, läuft das Müllentsorgungssystem der Zukunft an: In Rohren werden die Beutel angesaugt, beschleunigt und quer durch die Stadt zu einer zentralen Müllsammelstelle geschossen. Alles geschieht lautlos und ohne Abgaswolken – keine stinkenden Müllwagen, keine Staus in engen Gassen.

Das Vorzeigeprojekt der südkoreanischen Regierung liegt rund 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Seoul, ist ein Stadtteil Incheons – die Grenze zwischen beiden Metropolen ist kaum wahrnehmbar – und verspricht seinen über hunderttausend Bürgern Großes. Moderne Technologie ermögliche das Gegenteil des dystopischen Großstadtmollochs voller Lärm und Dreck. Songdo soll eine umweltfreundliche, ressourcensparende, sichere Hightech-Stadt sein – eine Smart City.

Im Vergleich zur großen Schwester Seoul ist Songdo luftig bebaut, breite Fahrradwege schlagen Schneisen durch Grünflächen; Spielplätze, Cafés und Parks bieten den öffentlichen Rückzugsraum, den Metropolenbewohner oft vermissen. Auf den Dächern der gewaltigen Hochhäuser fangen Solarmodule die Energie der Sonne ein. Sie geben kaum Energie nach außen ab, sind nach neuesten Effiziensstandards errichtet. Rund eintausend Kameras filmen den öffentlichen Raum; Kennzeichen-Scanner auf den Brücken erfassen die aktuelle Verkehrslage. Einige Sensoren messen die Luftverschmutzung in den Straßen und Parks, andere überwachen die Wasserqualität der Stadt.

Im Hirn der Stadt laufen alle Fäden zusammen
Sinneseindrücke, die wir Menschen sammeln, wandern als chemisches Signal in unser Gehirn, wo der Datenwust sortiert, verknüpft und ausgewertet wird. Im Hirn treffen wir Entscheidungen, die lenken, was unsere Hände greifen, wohin unsere Füße treten.

Songdos Gehirn ist voller Menschen. 24 Stunden am Tag sitzen dort städtische Mitarbeiter vor großen Bildschirmen, führen riesige Datensätze zusammen bestimmen die Handlungen der Stadt. Dort, in der städtischen Zentrale, laufen alle Fäden zusammen, werden alle Informationen ausgewertet.

Es ist dieses Gehirn, das Songdo so energieeffizient, klimafreundlich und sicher macht: Braut sich auf einer der teilweise achtspurigen Straßen ein Stau zusammen, leiten die Mitarbeiter den Verkehr um. Droht irgendwo in der Stadt ein Feuer auszubrechen, warnen Wärmebilder rechtzeitig.

Dieses Hirn ist es aber auch, das besorgte Bürgerrechtler auf den Plan ruft: Rund eintausend Kameras überwachen den gesamten öffentlichen Raum. Ist ein Bürger der Stadt in Gefahr, soll er schnell einen der vielen SOS-Knöpfe drücken – die Einsatzkräfte werden sofort über seinen Standort informiert, die umliegenden Kameras richten sich auf die Säule, sie sind die Augen der Stadt.

Ihre Ohren, überall aufgestellte Mikrofone, sammeln Geräusche in Straßen, Parks oder auf Spielplätzen. Gibt es auffällige oder besonders laute Geräusche, werden die Mitarbeiter der Zentrale benachrichtigt, wählen die passende Kameraeinstellung und prüfen, ob ein Bürger Hilfe braucht.

Und wer hören kann, der will auch sprechen: Über Lautsprecher können die Mitarbeiter aus der Zentrale heraus direkt mit den Bürgern reden, die sie auf dem Bildschirm sehen.

Vollständiger Artikel auf: GEO

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