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XBC Token – Die regionale Cryptowährung für Berlin

XBC Token – Die regionale Cryptowährung für Berlin

Datei:Berlin, administrative divisions (+districts +boroughs -pop) - de - colored (less colors).svg – WikipediaSmart Cities und ihre digital vernetzten Konzepte sind inzwischen über diverse geförderte Modellprojekte bundesweit und international nicht mehr aus dem fachlichen Diskurs wegzudenken, wenn es um die Zukunftsfähigkeit unserer Städte vor dem Hintergrund geht, dass bis zum Jahr 2050 etwa 9 Mrd. Menschen unseren Planeten bevölkern werden, 70% davon in Städten. Mit der Digitalisierung werden auch unsere Zahlungsmittel zunehmend digitaler – Smart Money ist das neue Zauberwort (nicht zu verwechseln mit erfahrenen oder institutionellen Kapitalanlegern). Doch dazu später mehr…

Blockchain und Smart Cities: die Zukunft
Inzwischen ist man technologisch in der Frage nach der richtigen Plattform für digital vernetzte Städte auch etwas weiter: die Blockchain, ein dezentrales Datenprotokoll mit kryptischer Verschlüsselung ohne zentral gesteuerte Recheneinheit kristallisiert sich immer mehr zur Zukunftsplattform vor dem Hinblick ihrer smarten Anwendungsmöglichkeiten und zugleich sicheren / transparenten Eigenschaften heraus. Es ist kein Zufall, dass dieses Netzwerkprotokoll aus dem Finance-Sektor kommt: die EU und weitere internationale Staaten(-gemeinschaften) pumpen seit vielen Jahren zentral gesteuert viel Geld in den globalen und europäischen Finanzmarkt, die über verzinste Kredite gedeckt werden, somit keinen “echten” geldwerten Gegenstand beinhalten (wie z. B. Gold). Durch die erhöhten finanziellen Mittel im Umlauf erhofft man sich auf Kredit finanzierte Wachtumsimpulse. Dieses Fluten an Geld befördert zugleich die Inflation für den Konsumenten: es befindet sich mehr Geld im Umlauf, die Menge des Warengegenstandes bleibt jedoch absolut unverändert.

Kryptowährungen: warum es sie gibt!
Mit dem Erfinden des Bitcoins 2007 wollte der Programmierer Satoshi Nakamoto genau diesem politisch gewollten und gesteuerten Umstand ein alternatives Finanzprodukt entegegenwirken und erfand die weltweit erste Kryptowährung auf Basis eines dezentral organisierten Peer-2-Peer-Buchungssytems. Nicht der einzelne / die einzelne Institution gibt den Kursverlauf vor, sondern alle Nutzer zusammen im Verhältnis Angebot und Nachfrage. So ganz nah dran an diesem Ideal ist der Bitcoin bis heute dann doch nicht: institutionelle Anleger oder bekannte Investoren, die über ein beträchtliches Investment bei Bitcoins verfügen, können Kursverläufe durch öffentliche Meinungen und Aussagen erheblich beeinflussen – und zugleich die der anderen Kryptowährungen gleich mit. Weitere Regulierungen können über die Besteuerung auf nationaler Ebene sowie dem Mining (“Schürfen” = generieren von neuen Bitcoins durch aufwendige und energieintensive Rechenarbeiten mittels Work-of-Proof-Verfahren) erfolgen, so dass Kryptowährungen insgesamt nicht ganz so frei von Einflüssen am Markt über die zahlreichen virtuelle Börsen gehandelt werden. Im Kern funktionieren die Kryptowährungen (und es gibt derzeit ca. 10.000) alle gleich: sie werden auf Basis der Blockchain durch ein eigenes Protokoll entwickelt bzw. nutzen z. T. die gleichen und werden am Markt angeboten – die Technologie hinter den Protokollen und ihre Anwendungsmöglichkeiten sind es, die häufig den Kursverlauf bestimmen, so z. B. das Ethereum-Netzwerk, das mittels Smart Contract – Einbindung Geld smart werden lässt oder das neue Internet Computer, ein Protokoll von Dfinity, das den weltweiten Internetdatenverkehr mitsamt -protokoll revolutionieren will (auch das Gegenteil kann manchmal der Fall sein: sog. “Memecoins”, also Coins, die nur auf Memen basieren und keinen technologischen Mehrwert bieten, können am Markt nachgefragt sein, z. B. Dogecoin). Es gilt jedoch größtenteils die Faustregel:

10% der Kryptowährung wird durch die Technologie bestimmt, 90% durch gutes Marketing!”

Smart Money: digitale Währungen im weltweiten Wettbewerb
Geld, wie wir es bisher kennen, hat in anderen Teilen der Welt bereits eine starke Transformation absolviert: China hat beispielsweise vor kurzem den digitalen Yuan zu Testzwecken eingeführt, Singapur den digitalen Dollar auf Blockchain-Basis im Ethereum-Netzwerk und in Europa überlegt man nun auch, ob und wie der inzwischen “Digital Euro” genannte Coin realisiert werden kann. Schon jetzt ist erkennbar: der Digital Euro wird nicht auf Blockchain-Basis entwickelt und wird sich nicht verzinsen lassen (positiv wie negativ). Maximale Einspareinlagen von heute ca. 3.000 Euro auf einer digitalen Wallet sollen seine Ansparmöglichkeiten begrenzen, um nicht in Wettbewerb mit dem klassischen Euro und den damit verbundenen Banken zu gehen. Zudem: Geld ist nicht gleich smart, nur weil es digital ist! Erst seine Einbindung in automatische intelligente Vertragsprozesse (Smart Contracts, Blogbeitrag vom 05.05.2021) rechtfertigen seinen Status als smart.

Smart Money: Anforderungen von Konsumenten
Im Zuge der Diskussion um den Digital Euro hat die Bundesbank eine Erhebung durchgeführt, die Rückschlüsse auf die heutige Erwartungshaltung eines modernen Zahlungsmittels von Konsumenten erlauben. Als Kernaussagen sind hervorzuheben, dass Konsumenten von ihrem Zahlungsmittel, sei er digital oder nicht, erwarten, dass er sicher, schnell und anonym ist. Zudem ist Bargeld im klassischen Sinne immer weniger gefragt, die Nachfrage nach Plastikkartengeld (EC-Karte oder VISA / Mastercard) oder via Handy / Wallet steigt immer mehr.  Übertragen auf den Digital Euro und seiner politisch motivierten Umsetzung steuern die Aussagen geradewegs auf handfeste Konflikte zu: der Digital Euro wird nicht nach den Interessen der europäischen Bürgerinnen und Bürger realisiert, sondern nach den Interessen des EU-Parlaments und der EZB. Die EU will seine zuvor genannten Einflussmöglickeiten auf den europäischen Wirtschaftsraum und Binnenmarkt nicht aufgeben und den Digital Euro eher als Zusatz zum bereits vorhandenen “analogen” Euro sehen und nicht als eine Alternative, die ihn ablöst. Der Digital Euro wird nicht smart sein – im Gegenteil: er wird weiterhin die Eigenschaften besitzen, die der klassische Euro bereits heute digital auf Bankkonten besitzt mit dem Unterschied, dass seine Umlaufmenge, also die Menge des Geldes, die sich im Umlauf von Konsumenten und Unternehmen befindet, wesentlich geringer sein wird. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Vorteile der Digital Euro überhaupt haben wird, um im internationalen Wettbewerb digitaler Zahlungsmittel bestehen zu können.

Neuer Ansatz: Regionale Kryptowährung
Kryptowährungen mit Fokus auf einen lokal eingegrenzten Ort zum Erwerben, Handeln und Tauschen könnten eine Lösung aus dem Dilemma darstellen. Konkret am Beispiel Berlin: ein eigener Coin, der nur im eigenen Stadtgebiet als Zahlungsmittel akzeptiert wird und sich erwerben lässt (z. B. technisch via eine eigene Börsen-App realisierbar, die nur im Stadtgebiet funktioniert). Das Prinzip der Regionalwährung funktioniert so: Die Regionalwährung kann im Verhältnis 1:1 oder 1: 0,5 (je nachdem, auf welchem “Währungslevel” gegenüber dem Euro man anfangen möchte als Startpreis bei Herausgabe des regionalen Coins) gegen die nationale Währung getauscht werden – hier in dem Fall ein (halber) Cross Berlin Coin (XBC) gegen einen Euro. Damit das Geld in Umlauf gebracht wird und nicht zu lange gehalten wird, verliert das Regio-Geld nach einer gewissen Zeit an Wert. Meist sind das ca. 2 Prozent der Geldeinheit nach einem Quartal. Innerhalb eines Jahres sind das also 8 Prozent des Nennwertes. Mit einem Aufkleber auf den Geldscheinen wird dieser Wertverlust kenntlich gemacht. Weil das Regio-Geld nicht lange gehalten wird und nur in einer bestimmten Region eingelöst werden kann, soll es die dortige Wirtschaft ankurbeln. Da der XBC nur digital existieren würde, entfällt umständliches Bekleben – zudem wäre er absolut fälschungssicher und hätte damit einen weiteren Vorteil gegenüber dem klassischen Euro. Andere Städte machen es bereits erfolgreich vor. Der Start-Kurs des regionalen XBCs kann auch bewusst niedrig gehalten werden, um postive Preisentwicklungen zu Beginn zu ermöglichen (z. B. 0,001 Euro).

Andere Städte machen es bereits erfolgreich vor: New York und Miami
Es ist ein ehrgeiziges Unterfangen, das Malaysia zusammen mit der chinesischen Regierung in Angriff nimmt: Die Infrastruktur von Malakka, einer Küstenstadt im Südwesten der malaiischen Halbinsel, soll künftig vollständig mithilfe der Blockchain-Technologie gesteuert werden. Vor Ort zahlt man dann per App mit der stadteigenen Kryptowährung „DMI-Coin“. Auch Touristen können ihr Geld unkompliziert in digitale Einheiten wechseln. Mit dem Projekt sollen vor allem Reisende angelockt werden. Denn für sie versprechen solche Blockchain-Modelle deutliche Erleichterungen beim Bezahlen. Malakka wird als „Melaka Straits City“ unmittelbar in das Zeitalter der Smart Cities katapultiert.

Dass die Einführung einer Kryptowährung für geschlossene Märkte sehr gut funktionieren kann, zeigt auch Liberstad in Norwegen. Seit 2015 wird in der Smart City ausschließlich mit dem „City Coin“ (CITY) gezahlt. Die Währung ist mit der Blockchain-basierten Plattform „City Chain“ verknüpft, über die Einwohner wiederum Initiativen oder auch Abstimmungen organisieren können.

Schaut man in die USA, sind gleich zwei große Metropolen mit jeweils einem eigenen sog. “City-Coin” ausgestattet – der im Gegensatz zum hier vorgestellten XBC Token ortsunabhängig von jedermann erworben werden kann, d. h. nicht räumlich auf die Stadtsgrenzen fokussiert ist – um so mehr Reichweite respektive potenzielle User zu erreichen, die möglichst investieren sollen: New York und Miami.

Key Facts XBC Token
Damit der XBC gegenüber dem Euro in dem hier aufgezeigten Fall für Berlin aufgrund seines begrenzten Einsatzgebietes Vorteile generieren kann (z. B. in Form in der lokalen Identitätsschaffung zwischen Konsumenten und Unternehmen, Bildung von regionalen Wirtschaftskreisläufen, Visualisierung von Wirtschaftskreisläufen über Analyse-Tools – personenungebunden!), sollte er dank der heutigen technischen Möglichkeiten mindestens folgende Eigenschaften vorweisen:

  • begrenzte maximale Umlaufmenge (um Inflation vorzubeugen), gemessen an regionaler Wirtschaftskraft / jährliche Umsatzanalysen anhand steuerlicher Einnahmen
  • Decentraliced Finance (DeFi)
  • eigenes Blockchain Protokoll / interoperabel zu anderen Blockchains (z. B. weitere städtische Token / Coins in Deutschland)
  • Smart Contracts
  • 100% anonyme User
  • Wertverlust 2% je Quartal
  • Lending & Borrowing möglich (Verleihen, Kreditvergabe, Benefit: Zinsen)
  • Staking möglich (Proof of Stake – Verfahren)
  • Mining möglich (abstrakt über soziale Projekte – tbd)
  • Payments / Second-Layer-Lösungen
  • Transaktionsgebühr: 1% bei Erwerb der XBC via Euro, Dollar oder weitere Landeswährungen
  • Umtausch in Fiat-Währungen jederzeit möglich (erneut 1% Transaktionsgebühr)
  • Eigentumsnachweis über digitale Brieftasche (Wallet), eigene  XBC Wallet (inkl. Aufstellung und Exportfunktion für das Finanzamt / Steuererklärung)
  • Erwerb nur in der Metropolregion Berlin-Brandenburg lokal per App möglich (für Berliner als auch Touristen)
  • Preisentwicklung nur durch regionales Verhältnis Angebot und Nachfrage möglich – keine nationalen oder internationalen Regulatorien anwendbar
  • Förderung von sozialen Projekten, Belohnungssystem (auch für sozial Schwächere attraktiv)
  • Beteiligung der Stadt Berlin bei Coin-Generierung (Staking) zu 30% und 70% pro Individuum / User
  • Parallele Entwicklung Analyse-Tools für die Stadt Berlin, um regionale / lokale Coin-Bewegungen und ihre quantitativen Werte zu visualisieren, dadurch neue Form der lokalen Cluster-Wirtschaftsförderungspolitik möglich (wichtig: keine Zuordnung der Coinbewegungen auf konkrete, fassbare Individuen möglich, anonyme Darstellung und Auswertung), neuer Ansatz für Förderung lokaler Ökonomie und ggf. neue stadtentwicklungsplanerische Maßnahmen und Strategien anwendbar
  • Gradmesser für eine prosperierende Metropolregion der Zukunft, nationaler Wettbewerb der Smart City Städte
  • Akzeptanz der XBC im Einzelhandel und in der Wirtschaft durch flächendeckende Anschaffung von mobilen Apps / QR Code Scanner, die sich in bestehende Kassensysteme einfach und nativ integrieren lassen
  • nur für Berliner (3,6 Mio Einwohner) und Touristen (13 Mio Gäste) im Einzugsgebiet von Berlin nutzbar (warum? 2 Gründe: 1. Um den XBC Token nicht zum Spekulationscoin für ausländische Investoren anzubieten, 2. Um regionale Identitäten unter den Berlinern / Touristen zu bilden, die wiederum zu regionalen Wirtschaftskreisläufen führen)
  • Kreditkarten (VISA, Mastercard etc.), Paypal und weitere Zahlungsinstrumente können für den Erwerb der XBC genutzt werden
  • uvm.

Ausblick
Der XBC hätte dank seiner Blockchain-Grundlage und der Anbindung an Smart Contracts alle Eigenschaften, die sich Konsumenten im Euroraum heutzutage von einem Zahlungsmittel wünschen. Geld ist nicht automatisch smart, nur weil es digital ist – es muss im Kontext seines Nutzens und seines Einsatzgebietes stehen und dabei intelligente Prozesse integrieren (Smart Contracts, siehe Blog-Beitrag vom 05.06.2021). Aufgrund seines Regionalbezugs könnte es die lokale Wirtschaft unterstützen und zur stärkeren Identitätsbildung in Berlin und seinen Kiezen führen. Es würde die bisherige Smart City Stratgie von Berlin Partner um einen weiteren Baustein unterstützen (Smart Money). Ein innovatives Stadtmarketing, das Berlin mit einer eigenen Währung bewirbt, unterstreicht zugleich Berlins Führungsanspruch im Bereich Blockchain-Entwicklung im internationalen Wettbewerb.

Blogbeiträge über bereits vorhandene städtische Token / Coins:

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