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Smart City: Wer beherrscht die Daten (=Macht)?

Smart City: Wer beherrscht die Daten (=Macht)?

Der Begriff “Smart City” ist mit Hinblick auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklungsstrategie für viele Metropolen weltweit seit Jahren in aller Munde. Modellprojekte wurden ins Leben gerufen, Laborsituationen unter Realbedingungen geschaffen, um Erfolge und / oder Misserfolge mit dem Ziel einer voll umfänglich vernetzten Stadt zu generieren. Die bereits von mir in meinem SC Blog auszugsweise eingestellten Artikel mit Quellenverweisen demonstrieren zum einen, wieviel Aufklärungsarbeit noch zu leisten ist und wie komplex die Sache bei näherer Betrachtung wird.

Eins steht schon mal fest: nie war eine Herausforderung heute größer, verschiedenste am urbanen Lebensraum beteiligte Akteure digital miteinander in Einklang zu bringen und dabei Effizienzlösungen zu zaubern. Wer nichts ausprobiert, hat schon verloren – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer schon jetzt einen Masterplan in der Tasche hat, wie die Smart City von morgen auszusehen hat und wie sie umzusetzen ist, dem darf man gratulieren – auch und gerade weil Pläne dazu da sind, sich nicht an ihnen zu halten. Aber sie bieten hilfreiche Diskussionsgrundlagen bei der Weiterentwicklung in eben jenem Themenkomplex Smart City. Schaut man nach Fernost, ist man dort vermeintlich schon viel weiter – aber um welchen Preis? Lässt sich hierzulande eine Smart City mit Totalüberwachung von Daten überhaupt realisieren? Und wer “kontrolliert” die Daten eigentlich?

Die Euphorie, mit der man sich der Smart City vor ein paar Jahren angefangen hat, zu beschäftigen, weicht immer mehr der Frage: Recht auf informationelle Selbstbestimmung  –  schützenswert um jeden Preis? Meine Antwort hierzu lautet: eindeutig ja!

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung leitet sich nach Ansicht des Europäischen Parlamentes auch aus Art. 8 Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention ab:

Jede Person hat das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz.

Lassen sich erstmal Persönlichkeitsprofile mit Hilfe der digitalen Daten einer Smart City aus den unterschiedlichen Bereichen wie Government, Mobilität, Gesundheit, Kultur und Freizeit oder Energie zusammenfügen, ist der gläserne Mensch vollends der Preis, den er für seine Smart City zu zahlen hat. Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr für die Forcierung der Smart City. Die Digitalisierung muss jedoch so ausgestaltet werden, dass sie zu keinem Missbrauch einlädt.

Ist die Blockchain-Technologie aus der Welt der Kryptowährungen vielleicht eine Lösung? Schließlich bietet sie Schutz vor personenbezogenen Daten und leistet gleichzeitige Transparenz in der Interaktion der Daten untereinander.

Zum Schluss: es wäre schon viel geholfen, wenn aus der Smart City zumindest so etwas wie ein digitales Rathaus für Kommunen als Nebenprodukt entstehen könnte. Warum viele öffentliche Verwaltungsdienstleistungen ausschließlich noch immer persönlich durch Erscheinen der Bürger zu nutzen sind, ist heute nicht mehr vermittelbar.

Wer bei Smart City aktuell durchsehen will, muss sich regelmäßig informieren. Mein SC Blog möchte einen Beitrag dazu leisten.

Gruß
Dipl.-Ing. Alexander Lührs

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