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Singapur investiert in Großprojekt „Knowledge City Guangzhou“

Singapur investiert in Großprojekt „Knowledge City Guangzhou“

Datei:Germany Trade and Invest Logo new.svg – WikipediaEntwicklungsprojekt für digitale Industrie möchte innovative Talente und kreative Firmen in die Greater Bay Area locken. Wie attraktiv ist der Standort?

Singapur gilt als Vorbild
Die Belt and Road Initiative, der Singapur 2018 offiziell beitrat, führt auch nach China hinein. Investitionen in zukunftsweisende Bauprojekte im Reich der Mitte haben Tradition im Stadtstaat: Lee Kuan Yew (1923-2015), Singapurs erster Premierminister, hatte bereits kurz nach Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit China 1991 vorgeschlagen, eine geeignete Region für die Entwicklung von Singapur-Modellen auf chinesischem Boden auszusuchen.

Die Wahl fiel damals auf Suzhou unweit Shanghais. Die Suzhouer Gemeinde Zhangjiagang war Chinas erster Versuch, eine strikte Top-Down-Stadtverwaltung nach dem Modell Singapurs zu entwickeln: Der 1994 aufgebaute China-Singapur-Industriepark Suzhou ist das Referenz-Modell für die Entwicklung chinesischer Industrieparks weltweit. Selbst Chinas Internetkontrolle geht auf das Vorbild Singapurs zurück, das bereits 1996 über entsprechende Zensurmaßnahmen verfügte.

Singapurs CapitaLand investiert in chinesisches Projekt der neuen Seidenstraße
Nach dem Singapore Industrial Park in Suzhou 1994 und der Tianjin EcoCity 2008 engagiert sich Singapur bei einem dritten Großprojekt in China. Zwischen 2020 und 2035 soll eine 500.000 Einwohner Stadt im Süden des Landes entstehen: Die China-Singapore Guangzhou Knowledge City. Das Projekt wurde bereits 2008 geplant.

Die Stadt ist relativ zentral zwischen Guangzhou und dem globalen Produktionsstandort Dongguan gelegen, so dass die Investoren auf die Ansiedlung innovativer Unternehmen hoffen. Es geht um die Zukunft des nationalen Schwerpunktprojekts Greater Bay Area (GBA), das Singapur selbst als Vorbild für die eigene Regionalentwicklung mit Malaysia und Indonesien betrachtet. Die Wirtschaft in der Provinz Guangdong, die neben Hongkong und Macao zur GBA gehört, soll im Jahr 2021 um 6 bis 8 Prozent wachsen.

Das sind gute Rahmenbedingungen für die Wissensstadt. Der Hauptinvestor dort ist CapitaLand Singapore. Die Regierung der Provinz Guangdong hat in einer Verlautbarung vom 28. September 2020 das Bauprojekt als ein wichtiges Element „zur Vertiefung“ der neuen Seidenstraßenaktivitäten bezeichnet. Da die GBA eine Schwerpunktregion mit Modellcharakter für integrative Regionalentwicklung in den Belt and Road Ländern sein soll, erhalten auch einzelne Projekte innerhalb der Greater Bay Area diese Zuordnung.

Industriepark der Knowledge City fokussiert auf „smart und grün“
Seit 2018 entsteht im Rahmen der Knowledge City ein Smart-Industriepark mit einem Investitionsvolumen von 2,03 Milliarden US-Dollar (US$). Investor ist ein Sino-Singapur Joint Venture mit Beteiligung von Ascendas-Singbridge Singapur und dem Bezirksentwicklungskomitee Guangzhou.

In der ersten Entwicklungsphase stehen grüne Technologien im Mittelpunkt. Das Leuchtturmprojekt ist „Twin Crystal“, eine Art Entwicklungszentrum zum Aufbau von ökologischen Smart Cities mit Forschungs-, Bildungs- und Fertigungseinrichtungen. Aus deutscher Sicht interessant ist, dass Siemens dort das erste digitale Datenzentrum für ökologische Entwicklung in Asien errichtet.

Industrie 4.0-Lösungen stammen aus Singapur
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsagentur Enterprise Singapore investiert CapitaLand 2020/21 in der Knowledge City in ein Zentrum für datengestützte Fertigungslösungen. Es umfasst die Branchen Robotik, additive Fertigung, Simulationstechnik, erweiterte Realität, Cloud-Computing und Datenanalyse. Chinas Ziel, Industrie 4.0-Standards für das ganze Land aufzubauen und sich in das globale Industrie 4.0-Ökosystem zu integrieren, sind dabei die Grundlage. Singapurs digitale Dienstleister wollen speziell für chinesische Unternehmen der Fertigungsindustrie datengestützte Lösungen entwickeln.

Quelle und mehr auf: GTAI – Germany Trade And Invest

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