Klingsorstr. 6, 12167 Berlin
+49 151 22668185
luehrs.alexander@gmail.com

Siemensstadt² – Berlins beteiligungsreichster neuer Smart District

Siemensstadt² – Berlins beteiligungsreichster neuer Smart District

Siemens will mit der Entwicklung und dem Management der geplanten Siemensstadt² neue Wege gehen: mittels offener Bürgerbeteiligung kann sich jeder Interessierte zum städtebaulichen Wettbewerb oder allgemein zum Quartier selbst direkt über eine Plattform beteiligen. Das 70 ha große Areal soll ein Ort werden, der Arbeit, Leben, Nachhaltigkeit, Forschung, Lernen, Wohnen, Berlin und Mobilität neu denkt. Der Elektronikkonzern plant auf seinem angestammten Gelände im Spandauer Ortsteil Siemensstadt neue Gebäude für Forschungs- und Produktionseinrichtungen sowie Wohnungen. Bis zu 600 Millionen Euro sollen investiert werden. Es ist die größte Einzelinvestition in der Konzerngeschichte. Siemens schwebt ein Reallabor zur Zukunft von Arbeit in Kombination mit Wohnen hervor. Rund 7500 Interessierte hatten sich an der Abstimmung über den Projektnamen beteiligt. Zur Auswahl standen auch «Berlinwerk Siemensstadt», «Zukunftsfeld Siemensstadt», «Stadtfabrik Siemensstadt» und der bisherige Titel «Siemensstadt 2.0».

Lage
Das neu zu entwickelnde Areal befindet sich im Bezirk Spandau von Berlin und wird im Osten begrenzt vom Rohrdamm, im Nordosten vom Viadukt der Siemensbahn, im Westen von der Paulsternstraße und im Süden teilweise von der Nonnendammallee und teilweise der Motardstraße. Es wird durchschnitten von der Nonnendammallee.

Vier Teilareale
Das Gebiet des städtebaulichen Wettbewerbs gliedert sich in vier Teilareale:

A: „Entwicklungsfläche Nord“: geplant ist ein gemischt genutztes, urbanes Gebiet mit hoher städtebaulicher Qualität und Dichte mit einem hohen Wohnanteil.

B: „Produktionsfläche Nord“: diese Fläche soll weiterhin für Industrie mit Produktionseinrichtungen zur Verfügung stehen, die durch Büro- und Gewerbeflächen (für Start-Ups, Inkubatoren, Softwareentwickler etc.) verdichtet werden.

C: „Entwicklungsfläche Zentrum“: sie ist mit 35 ha die größte Teilfläche und umfasst mehrere denkmalgeschützte Gebäude wie das Verwaltungsgebäude und das Schaltwerk- Hochhaus. Hier soll die größtes Nutzungsvielfalt mit Büros, Gewerbe, Forschung, Hotels, (temporäres) Wohnen (auch für Studierende), soziale Infrastruktur, Einzelhandel, Gastronomie zur Nahversorgung usw. entstehen.

D: „Produktionsfläche Süd“: das Areal mit dem Dynamowerk und dem Röhrenwerk soll weiterhin als Produktionsstandort dienen, der durch Büro- und Gewerbeflächen ergänzt wird. Zudem soll hier oberirdisches Parken (z.B. Quartiersgaragen) untergebracht werden.

Übergeordnetes Ziel ist es, aus dem bisher abgeschlossenen Werksgelände einen offenen Innovationscampus zu entwickeln mit positiven Effekten auf die Nachbarschaft, den umliegenden Kiezen und die Stadt Berlin selbst. Derzeit befindet sich das Projekt der Entwicklung der Siemensstadt² im Abschluss des Hochbauwettbewerbsverfahren (dem ein städtebaulicher Wettbewerb vorangegangen ist, das den Gewinner – Robertneun Architekten – die Chance bietet, einen umfassenden, verbindlichen Masterplan für das Areal zu entwickeln).

Smart District?
Spannend wird auch bei der Siemensstadt² die Frage sein, in wieweit das Thema Smart City bzw. Smart District mit seiner digitalen Vernetzung berücksichtigt wird und zur Anwendung kommt. Die Begriffe werden nicht explizit auf dem offiziellen Internetportal genannt, doch scheint die geplante Marschroute in Richtung Digitalisierung hier eindeutig.


Online-Beteiligungsplattform

Die Plattform zur Bürgerbeteiligung über Zukunftsfragen zum neuen Siemens District bietet dieser Online-Dialog. Diskutiert werden Themen wie urbane Mobilität, Technologie und Forschung, Nachhaltigkeit, aber auch das Arbeiten und Leben in einer Stadt der Zukunft.

3 Smart Districts in Berlin: Wettbewerb?
Neben der Siemensstadt² in Spandau befinden sich noch zwei weitere Areale in großflächiger Entwicklung: Zum einen das Berlin Tech Republic TXL / Schumacher Quartier in Tegel sowie das Quartier Heidestraße in Moabit nahe dem Hauptbahnhof Berlin. Es ist naheliegend, die Frage nach dem Wettbewerb der geplanten Smart Districts untereinander zu stellen. Aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Lagen in Berlin konkurrieren die Areale nicht direkt miteinander, eher indirekt: man dürfte Fragen stellen, inwieweit technologische Vernetzungen / Digitalisierungen in den Vierteln allen Bürgern zugänglich gemacht wird – oder bleibt es vor vorneherein bei exklusiven Angeboten für Zielgruppen, die bei den Miet-/Kaufpreisen mitgehen können? Das wird der Gradmesser sein, anhand derer sich die Areale miteinander messen lassen müssen – ansonsten wäre das Konzept der Smart City / District nach ihrer Entwicklung gescheitert.

Quelle und Bildmaterial: Siemens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.