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GFCP-Empfehlungen zur Integration der SDGs in städtische Projektplanung veröffentlicht

GFCP-Empfehlungen zur Integration der SDGs in städtische Projektplanung veröffentlicht

Die Bemühungen um die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) werden von Projekt zu Projekt geführt, da sich die Städte bemühen, ihren Entwicklungsbedarf zu decken. UN-Habitat schätzt den Gesamtinvestitionsbedarf für die Infrastruktur und die SDGs auf 38 Billionen US-Dollar für die Jahre 2020-2030, dem sogenannten “Aktionsjahrzehnt” zur Beschleunigung der Umsetzung der SDGs, von Verkehr über Wohnraum bis hin zu Wasser und Informationstechnologie. Schätzungen, die sich auf die Investitionstrends aus der Zeit vor der COVID-19-Initiative stützen, ergaben, dass noch immer eine Investitionslücke von 5,6 Billionen Dollar besteht, wenn man dem damaligen Trend folgt.

Wie können die SDGs städtische Projekte zum Besseren verändern? UN-Habitat hat die Veröffentlichung Integrating the SDGs in Urban Project Design: Recommendations from the Global Future Cities Programme (Empfehlungen des Global Future Cities Programme) veröffentlicht, die Empfehlungen für städtische Praktiker, lokale und regionale Behörden, nationale politische Entscheidungsträger und Investoren enthält, wie städtische Projekte im Einklang mit den SDGs gestaltet werden können und die nationalen Bemühungen zur Umsetzung der Agenda 2030 durch lokale Maßnahmen in schnell wachsenden Städten beschleunigt werden können.

Der Bericht basiert auf der Konzeption und Umsetzung der 31 Stadtprojekte des Global Future Cities Programme (GFCP) des britischen Foreign, Commonwealth & Development Office (UK FCDO) in 19 Städten in 10 Schwellenländern. Im Rahmen dieses dreijährigen Programms, an dem mehrere Partner beteiligt sind, schlossen die Stadtverwaltungen unter der Leitung von UN-Habitat und der UK Built Environment Advisory Group (UKBEAG) Verträge mit fünf Konsortien aus dem Privatsektor ab. Die Ergebnisse zeigen, dass es ein starkes Interesse daran gibt, die globale Vision der SDGs auf die Projektebene zu übertragen.

“Der Privatsektor reagiert auf die SDGs, weil er erkennt, dass die Ziele und Vorgaben über den finanziellen Wert hinausgehen. Es besteht kein Zweifel, dass die globalen Ziele an Zugkraft gewinnen und die Art und Weise, wie Geschäfte gemacht werden, verändern”, sagte Shipra Narang Suri, Leiterin der Urban Practices Branch bei UN-Habitat. “Eine der grundlegenden Veränderungen besteht darin, dass man nicht mehr über Ergebnisse, sondern über Auswirkungen nachdenkt. Diese einfache Aussage ermutigt die Menschen dazu, viel stärker zusammenzuarbeiten, aus ihren Silos auszubrechen und die Politikgestaltung ganzheitlicher zu betrachten.”

Während das globale Programm in die nächste Phase übergeht, vermittelt die Veröffentlichung wertvolle Erkenntnisse für Programme, die Stadtentwicklungsprojekte unterstützen wollen, die umsetzbar, finanzierbar und nachhaltig sind.

Über das “Business-as-usual” hinausgehen und sich auf die SDGs konzentrieren
Um die miteinander verflochtenen Herausforderungen anzugehen, denen sich die Städte im Aktionsjahrzehnt gegenübersehen, will die GFCP über den “Business-as-usual”-Ansatz für nachhaltige Entwicklung hinausgehen. Das Programm bietet eine einzigartige Gelegenheit zum Austausch von Best Practices und Erfahrungen.

Das GFCP hat dazu beigetragen, die Kapazitäten lokaler Behörden zu stärken, um Partner aus dem Privatsektor bei der Erfüllung der dringendsten Bedürfnisse von Städten und Gemeinden zu unterstützen und soziale, ökologische, institutionelle und finanzielle Sicherheitsvorkehrungen in die Projektleistungen zu integrieren.

Durch die Einbeziehung des SDG-Projektbewertungsinstruments von UN-Habitat in die Projektplanung hat das Programm die Projektpartner dazu angeleitet, die SDGs zu lokalisieren und so die Qualität der Projekte zu verbessern. Das Tool half dabei, die Projekte in den lokalen Kontext einzubetten, die Ausrichtung auf die SDGs zu gewährleisten und Einschränkungen und Möglichkeiten zur Maximierung der kurz-, mittel- und langfristigen Wirkung zu identifizieren.

Die Anwendung des innovativen SDG-Tools, das die SDGs in realisierbare Projektmaßnahmen umsetzt, zeigt, wie die SDGs in die Projektentwicklung und -gestaltung integriert werden können. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie der Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen globalen und lokalen Partnern dazu beiträgt, das Bewusstsein und das Verständnis für die SDGs zu schärfen und durch gegenseitiges Lernen herauszufinden, wie sie erreicht werden können.

Der Bericht hebt acht Schlüsselfaktoren hervor, die städtische Praktiker, lokale und regionale Behörden, nationale politische Entscheidungsträger und Investoren bei der Gestaltung und Umsetzung eines Multipartnerprogramms wie der GFCP berücksichtigen müssen. Dazu gehören:

  • Soziale Eingliederung
  • Wirtschaftliche Entwicklung
  • Räumliche Planung
  • Ökologische Widerstandsfähigkeit
  • Datengesteuerte Prozesse und Management
  • Lokale Kapazitäten für die Projektdurchführung
  • Städtische Verwaltung und rechtlicher Rahmen
  • Finanzielle Strategien
  • Empfehlungen für künftige Projekte

Während Stadtverwaltungen und der Privatsektor neue städtische Projekte in Angriff nehmen, bietet UN-Habitat die aus dem Global Future Cities Programme gezogenen Lehren als Wegweiser für die Zukunft an. Der Bericht schließt mit einer Reihe von Empfehlungen für die nächste Generation von Stadtprojekten.

Städtische Projekte, die sich an den SDGs orientieren, sollten folgende Ziele verfolgen
Strategien zur sozialen Eingliederung in alle Projektphasen zu integrieren und zu verankern, und zwar durch eine sinnvolle Beteiligung, bei der die digitale Technologie bewusst für die Einbindung der Gemeinschaft genutzt wird.

eine umfassende Raumplanung praktizieren, die städtische Projekte mit anderen Interventionen verknüpft, um Synergien zu nutzen und Redundanzen zu vermeiden.

Förderung der Nutzung aktiver, nachhaltiger Verkehrsmittel durch Stadtplanung und -gestaltung, gepaart mit Sensibilisierung und Anreizen.

Projekte umweltverträglich gestalten, indem die Widerstandsfähigkeit der städtischen Akteure, insbesondere derjenigen, die am stärksten von Umweltrisiken betroffen sind, gestärkt und die Natur durch klimarelevante Maßnahmen mit einbezogen wird.

Sicherstellen, dass Klimaanpassungsprojekte umfassend sind und in stadtweite Rahmenwerke integriert werden, um zu vermeiden, dass Klimarisiken durch städtische Projekte angegangen werden, die als Einzelmaßnahmen funktionieren.

Gestaltung von datengesteuerten Prozessen und Management durch den Aufbau eines Rahmens für die Datenverwaltung, der um spezifische datengesteuerte Ausschüsse mit klar definierten Aufgaben herum strukturiert ist.

Durchführung einer gründlichen Datenkartierung zur Verbesserung und Optimierung datenorientierter Dienste sowie zur Beschaffung disaggregierter Daten, um sicherzustellen, dass verborgene Ungleichheiten bei der politischen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Anerkennung und Stärkung der Kapazitäten lokaler städtischer Akteure in allen Sektoren und auf allen Ebenen als entscheidende Komponente für die Sicherung einer langfristigen Projektumsetzung.
Bewertung lokaler Kapazitäten und Einbeziehung lokaler Partner zur Durchführung kontextspezifischer Projekte, die das lokale Wirtschaftswachstum fördern.

Befürwortung einer starken städtischen Governance und von Rechtsrahmen, die strategische Aktionspläne entwickeln, um die langfristige Wirkung von Projekten zu erhöhen.

Klare Definition der Rollen und Zuständigkeiten auf allen Regierungsebenen als Schutz vor sich überschneidenden Mandaten.

Frühzeitige Einbeziehung von Finanzstrategien in den Planungsprozess, um sicherzustellen, dass die Ambitionen von Planern und politischen Entscheidungsträgern mit den Finanzierungsrealitäten übereinstimmen.

Im Rahmen des Aktionsjahrzehnts verstärkt UN-Habitat seine Bemühungen, die Umsetzung der SDGs in den Städten zu beschleunigen, indem es mit Gebern, Stadtverwaltungen, nationalen Regierungen und Umsetzungspartnern an SDG-orientierten Programmen wie dem Global Future Cities Programme zusammenarbeitet. Die Agentur lädt Partner ein, sich diesen Bemühungen anzuschließen.

Durch die Zusammenarbeit über Städte, Länder und Disziplinen hinweg können die Partner eine transformative Stadtentwicklung für Städte vorantreiben, die widerstandsfähig und integrativ sind und dem Klimawandel und künftigen Pandemien standhalten können.

Quelle und übersetzt von: Global Future Cities

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