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Digitales Immobilienmanagement: PropTech-Start-up Casavi findet neue Investoren

Digitales Immobilienmanagement: PropTech-Start-up Casavi findet neue Investoren

Die Münchener Gründer haben eine Plattform für Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen entwickelt. Mit frischem Geld wollen sie nun international expandieren.

München. Die Coronapandemie hat auch der eher konservativen Immobilienwirtschaft einen Digitalisierungsschub gegeben. Während der Lockdowns haben viele Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen, die noch viel mit Aktenordner und Telefon arbeiteten, auf Software-Lösungen umgestellt.

Von diesem Trend hat Casavi ganz besonders profitiert. Das Münchener Start-up hat eine digitale Plattform für die Branche entwickelt. „Es war ein Superjahr für uns“, sagte Mitgründer Oliver Stamm dem Handelsblatt. Die Umsätze dürften sich laut Branchenschätzungen in diesem Jahr auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag verdoppelt haben.

Jetzt konnte das Unternehmen auch weitere Investoren überzeugen. Casavi hat 20 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt, wie am Donnerstag bekannt wurde. Angeführt wurde die Series-B-Finanzierungsrunde von digital+ Partners, dem Wachstumsfonds Bayern und dem High-Tech Gründerfonds.

Mit dabei sind auch die Bestandsinvestoren Dquadrat und Wenvest Capital. „Wir wollen das Wachstum jetzt noch einmal beschleunigen“, sagte Stamm. Ziel sei es, die „führende Plattform in Europa“ zu werden.

Schon vor Corona habe es in der Branche einen hohen Digitalisierungsbedarf gegeben, sagte Stamm. „In der Pandemie haben die Unternehmen dann noch mal einen Schubser bekommen und erkannt, wie dringend notwendig es ist, sich endlich mit dem digitalen Immobilienmanagement auseinanderzusetzen.“ Die Kommunikation mit den Mietern und Kunden habe teilweise nur mithilfe digitaler Lösungen aufrechterhalten werden können.

Mit der Softwareplattform von Casavi können Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen schon in der Neubauphase und dann später im Betrieb mit den Mietern oder Käufern sowie Dienstleistern kommunizieren. So lassen sich Handwerkertermine organisieren, Dokumente in einer App bereitstellen und zum Beispiel Abrechnungen automatisch verschicken.

Zu den Kunden gehören inzwischen etwa 1000 Immobilienverwalter und Wohnungsgesellschaften, die mehr als 1,6 Millionen Einheiten verwalten. Mit dem Erlös aus der Finanzierungsrunde wollen die Casavi-Gründer das Team um 50 neue Mitarbeiter auf 125 Beschäftigte aufstocken und im Ausland expandieren.

Stamm kündigte außerdem für 2022 neue Plattform-Module an. Diese sollen unter anderem hybride Eigentümerversammlungen ermöglichen und beim Umgang mit der Energieeffizienz-Richtlinie der EU helfen.

Proptech-Szene im Aufschwung
Das Interesse an einer weiteren Digitalisierung ist in der Branche groß. Das liegt auch an Corona. Vor der Pandemie ermöglichten zum Beispiel laut einer Studie des Branchenverbands VDIV nur 16 Prozent der Verwalter all ihren Mitarbeitern Homeoffice. Unter Corona verzeichneten dann knapp 20 Prozent Personalausfälle durch Krankheiten, 27 Prozent durch Kinderbetreuung.

In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland eine kleine Szene von Technologieunternehmen etabliert, die die Branche digitalisieren wollen. Analog zu den Fintechs in der Finanzwirtschaft bezeichnen sich die Firmen als Proptechs. Dazu zählen neben Casavi unter anderem Everreal, Realxdata, Allthings und Maklaro. Zudem versuchen die Anbieter von ERP-Software, entsprechende Services zu integrieren.

Doch das schon 2015 von Peter Schindlmeier, David Langer und Oliver Stamm gegründete Start-up sieht sich in einer Führungsposition. „Casavi ist in einer ausgezeichneten Ausgangslage, um das digitale Property-Management der Zukunft maßgeblich durch Innovation und Kundenorientierung zu prägen“, ist Tim Kindt, Partner beim neuen Investor digital+, überzeugt.

Quelle: Handelsblatt

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