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Der vernetzte Quartiersbetreiber – Ein zukünftiges Geschäftsfeld für Stadtwerke

Der vernetzte Quartiersbetreiber – Ein zukünftiges Geschäftsfeld für Stadtwerke

Einen interessanten Artikel habe ich zum Thema “Smarte Energieversorgung eines Quartiers / Smart Districts” gefunden, in dem anschaulich der Mehrwert bei der strategischen Einbindung von Energieversorgern bereits bei der Planung eines Quartiers als neues Geschäftsfeld beschrieben wird:

Stadtwerke sind die zentralen Ansprechpartner vor Ort, rund um das Thema Versorgung. Nachhaltigkeit und ökologische Lösungen sind im Zuge des Klimawandels und fortschreitender Urbanisierung gefragter denn je. Daher gewinnt die Transformation, hin zu einem dekarbonisierten Geschäftsmodell, an Bedeutung. Dazu eröffnen sich Lösungsoptionen auf technischer und betrieblicher Seite durch den Megatrend der Digitalisierung. Zentrale Orte, in denen diese Transformation konkret stattfindet, sind Quartiere.

Der Begriff des Quartiers ist hier keineswegs nur auf klassische Wohnquartiere beschränkt, sondern umfasst auch gewerblich genutzte Areale und Industriegebiete, sowie gemischt genutzte Quartiere. Bei der Entwicklung derartiger Orte geht der Trend zu sogenannten „Smart Districts“. Smart Districts sind digitalisierte Liegenschaften mit einem hohen Vernetzungsgrad, insbesondere der Versorgung mit Elektrizität, Wärme und Mobilität. Grundlage dieser Vernetzung ist eine digitale Infrastruktur, die – über den reinen Trend hinausgehend – echte Sektorkopplung im Sinne der Dekarbonisierung ermöglicht. Am Beispiel von Elektrofahrzeugen ist zu erkennen, dass viele Anwendungen, die herkömmlicherweise auf fossilen Energieträgern beruhen, zunehmend strombasiert sein werden. Der Wärmesektor zieht bei der Elektrifizierung gerade nach und Wärmepumpen erobern sich Marktanteile. Die Konvergenz der unterschiedlichen Energieträger rückt daher immer stärker in den Fokus der energetischen Quartiersentwicklung. Intelligente Mess- und Steuerungssysteme ermöglichen dabei den effizienten und bedarfsgerechten Einsatz von Energie. Für die Entwicklung solcher Smart Districts gilt es, den Blickwinkel zu erweitern und alle Beteiligten frühestmöglich am Prozess zu beteiligen – Planer und Entwickler, Politik und Verwaltung, Investoren, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer, Betreiber sowie Nutzer und Bewohner.

Die Digitalisierung im Quartier ermöglicht zudem eine Vielzahl neuer Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle.   Durch die große Wertschöpfungsbreite und lokale Einbindung können Stadtwerke alle Versorgungssektoren erschließen. Eine ganzheitliche und integrative Herangehensweise kann Quartiere zu Orten hoher Lebensqualität und Innovation ausprägen. Smart Districts liegen aus Versorgungssicht im Sweet Spot zwischen Smart City und Smart Building. Innerhalb der Quartiere eröffnen sich durch die Vernetzung völlig neue Zugänge zu den Endkunden, zum Beispiel durch Mieter- und Ladestromlösungen. Zusätzlich können Produkte hochspezialisiert angeboten werden, wie über individuelle Quartier-Apps. Überregionale Versorgungsunternehmen nutzen dies und drängen auf den lokalen Markt. Außerdem erschließen sich agile Startups Marktanteile im Quartier. Folglich können Quartiersentwickler als langjährige Partner der Stadtwerke auf eine immer breitere Palette an Anbietern zurückgreifen.

Quelle Bild und mehr auf: Handelsblatt Stadtwerke 2021

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