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Kommentar: Der große Crypto-Crash: Alles vorbei? Doch nicht das Währungsmodell der Zukunft? (Update)

Kommentar: Der große Crypto-Crash: Alles vorbei? Doch nicht das Währungsmodell der Zukunft? (Update)

Der große Crypto Crash ist jetzt 2 Tage alt, die meisten Cryptowährungen haben massiv an Wert verloren und ein Cryptoökosystem wurde über deren Blockchain sogar ganz abgeschaltet: die Rede ist von der Terra Luna Blockchain. Ansonsten hätte aufgrund des massiven Kursverfalls von über 99% aufgrund der Entkoppelung als selbst definierter StableCoin die Gefahr eines massiven Hack-Angriffs bevor gestanden mit unkalkulierbarem Ausgang für Terra und das gesamte Crypto-Ökosystem. 

Sind Cryptowährungen also doch nicht als Zukunftsmodell für digitale Währungen geeignet? Hier ein paar Antworten:

  1. Der Cryptomarkt ist inzwischen etwas mehr als 10 Jahre alt – und befindet sich doch nach wie vor in den Kinderschuhen bzw. in einer Nische. Gerade mal 1-2 % der Weltbevölkerung ist im Cryptomarkt investiert – man sieht also, wieviel Potential hier noch möglich ist.
  2. Damit einhergehend ist die derzeitige Marktkapitalisierung des gesamten Cryptomarktes bei ca. 1,3 Bio Euro (Stand: 13.05.2022). Das ist nichts im Vergleich zu der Marktkapitalisierung der Aktienbranche (105,9 Bio Euro, Stand: 2020) insgesamt.
  3. Der Cryptomarkt ist nicht reguliert. Davon hängt aus heutiger Sicht so gut wie alles ab. Welche Anforderungen aus staatlicher, technischer und privatwirtschaftlicher Sicht und welche Besteuerungen müssen Cryptos zukünftig definieren? Davon hängt ab, wie Cryptos gegenüber heutigen Fiatwährungen oder zukünftigen Zentralbankwährungen wie dem digitalen Euro oder Dollar gegenüber stehen werden.
  4. Die Blockchain-Technologie: sie ist entscheidend, warum Cryptos grundsätzlich das Potenzial haben, gegenüber allen anderen Fiat- und Zentralbankwährungen den Rang abzulaufen und diese zu ersetzen bzw. maßgeblich zu ergänzen. Die Open Source – Technologie, das dezentrale Datennetzwerk ohne Mittelsmann / zentrale Instanz, die Transparenz, die Sicherheit, die Anonymität, die Schnelligkeit, die Kostenersparnis, die Verknüpfung weiterer Anwendungen wie die DAO (Dezentrale autonome Organisation) und dem Metaverse und last but not least: die Smart Contracts, die rechtssichere Abläufe und Ausführung von Entscheidungswegen auf Basis eines Computerprogramms ermöglichen. Keine andere Fiatwährung oder Zentralbankwährung kann und wird hier mithalten können.
  5. Warum dauert das solange, bis sicher der Cryptomarkt im Mainstream entwickelt? Ganz einfach: bis zur massenhaften Verbreitung des Mediums “Internet” in den 90er Jahren hat es mehr als 10 Jahre gedauert, bis Kommunikations- und Mobilfunkunternehmen in den Ausbau und der Verfügbarkeit für den Massenmarkt investiert haben – der Cryptomarkt steht inzwischen ebenso an der Schwelle zur Adaption für den Massenmarkt, wenn einige Bedingungen zukünftig erfüllt sind, wie z. B. die einfache Bedienbarkeit und der Erwerb von Cryptos, der für viele User immer noch als zu kompliziert und umständlich eingestuft wird. Hier muss dringend auf eine Vereinfachung bei der Entwicklung entsprechender Apps für Smartphones geachtet werden, denn ansonsten wird der Zug definitiv verpasst.
  6. Cryptos sind viel zu volatil – wie soll jemals Vertrauen in diese digitale Währungen entstehen? Indem von vorneherein Cryptos, wie in meinem neu entwickelten Modell des XBC Token, einen regionalen, städtischen Bezug erhalten, somit vor ausländischen Investoren geschützt und damit als Spekulationsobjekt ungeeignet sind; weiter könnten regionale Cryptos so konstruiert werden, dass sein Angebot grundsätzlich begrenz wird (“Digitale Knappheit”) und durch bestimmte Mechanismen z. B. dem Burning von Token und seiner anfänglich verfügbaren Knappheit (z. b. im 1. Jahr nur 3000 Euro im Monat pro User mittels Claiming) sein Wert deflationär gesichert wird – regional ansässige Investoren könnten also erst in den XBC Token investieren, wenn nach 1 Jahr bereits eine bestimmte Marktkapitalisierung aufgebaut wurde und somit die Volatilität eher geringen Einfluss nimmt.
  7. Woher soll man wissen, ob Cryptos als digitale Zahlungsmittel langfristig funktionieren? Ist das nicht viel zu risikoreich, alles auf eine Karte zu setzen? Richtig! Deshalb laufen Cryptos neben Fiatwährungen und digitalen Zentralbankwährungen parallel und am Ende entscheidet der Nutzer / Bürger, welcher Währung er den Vorzug gibt.
  8. Kryptos funktionieren ja nur mit Smartphones! Nicht jeder auf dieser Welt hat ein Smartphone! Naja, dieser Behauptung will ich nicht allzu sehr widersprechen, aber es wird auch weiterhin möglich sein, mit Cryptodebit- oder Cryptokreditkarten (z. B. VISA oder MasterCard) im täglichen Leben zu bezahlen.
  9. Was kommt nach Cryptowährungen? Schwer zu beantworten. Ich vermute, dass mit der neuen aufkommenden Generation von Quantencomputern, die über ein vielfach höhere Systemleistung gegenüber heutigen Computersystemen verfügen sowie der damit möglichen neuen Generation von KI (= Künstliche Intelligenz) weitere digitale Konstrukte möglich werden, um Ausbalancierungen unterschiedlicher Cryptos am Markt durch Eingreifen schnittstellenbasierter Programmcodes sicherzustellen. Ein Abstürzen der wichtigsten Cryptos am Markt wäre damit unvorstellbar.
  10. Welche Cryptowährung wird zukünftig das Rennen machen? Vermutlich eine, die es heute noch nicht gibt bzw. noch programmiert werden wird. Wir stehen noch ganz am Anfang am Potenzial, was mit Cryptowährungen grundsätzlich technisch und anwendungsnah möglich ist. Es gibt zwar bereits viele am Markt verfügbare Cryptos, die in ihrer Anwendung bereits völlig neue Einschätzungen ermöglichen, was machbar ist und was nicht. Und der Bitcoin? Nun, vermutlich wird er eines Tages überholt werden von anderen Cryptos, da sein Energiebedarf, selbst wenn er aus erneuerbaren Energien gedeckt wird, so hoch ist und seine Transaktionsraten mit maximal 8 Transaktionen in der Sekunde wettbewerbsmäßig im Vergleich zu anderen Cryptos ganz hinten liegt, wird er höchstens als Wertspeicher wie bisherige Rohstoffe wie Gold oder Silber nützlich sein – mehr jedoch nicht. Ich würde nicht allzu sehr auf ihn setzen…

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