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DeFi Governance Token, und die Bildung von Oligarchien (BTC Echo)

DeFi Governance Token, und die Bildung von Oligarchien (BTC Echo)

Von dezentralen Anwendungen zu autonomen Organisationen

Die meisten von uns verlassen sich nach wie vor auf Banken, wenn es darum geht, Zahlungen zu leisten, Geld zu überweisen oder – ganz allgemein – unsere Finanzen zu verwalten. Die Welt des traditionellen Finanzwesens umfasst dabei zentralisierte Intermediäre wie Banken, aber auch FinTech-Unternehmen und Börsenplätze. Diese Intermediäre werden vergleichsweise intensiv durch Aufsichtsbehörden überwacht.

Im Gegensatz dazu basiert die Welt der Decentralized Finance (DeFi) auf unregulierten Kryptowährungen. DeFi-Plattformen werden von Dezentralen autonomen Organisationen (kurz DAOs) verwaltet. Online-Communities mit pseudonymen Mitgliedern ersetzen hier die Vorstandsebene. Die technische Basis, auf der diese DeFi-Projekte umgesetzt werden – wie beispielsweise die Ethereum-Blockchain – ist dezentralisiert und dadurch schwer zu regulieren.

DeFi-Dienstleistungen reichen von Peer-to-Peer-Darlehen über Börsenplätze bis hin zum Austausch von Derivaten. Von 2020 bis 2021 erlebte DeFi ein spektakuläres Wachstum: Bloomberg veröffentlicht mittlerweile den “Galaxy DeFi Index”, der sich aus den Projekten Uniswap, Aave, Maker, Compound, SushiSwap, Synthetix, Yearn Finance, 0x und UMA zusammensetzt und kurz nach seiner Veröffentlichung umgerechnet ca. 31 Milliarden US-Dollar verwaltete (9. August 2021). Selbst traditionelle Finanzdienstleister sehen dabei DeFi nicht als Bedrohung, sondern erhoffen sich Erkenntnisse zu Effizienzsteigerungen, Kapitalanlagen und Innovationen. 

Die Governance von DeFi-Plattformen erfolgt pseudonym und (im rechtlichen Sinne) auf unregistrierte Art. Stimmrechte über die Zukunft der jeweiligen Plattform werden in handelbare Tokens eingebettet – auch bekannt als Voting-Rights-Tokens oder Governance-Tokens. In der Token-Definition ist beispielsweise festgelegt, wie viele Stimmrechte es gibt und welche Rechte damit ausgeübt werden können.

Inhaber von Tokens können dann in verschiedenen Wahlverfahren Entscheidungen über die Zukunft des jeweiligen Projekts treffen. DeFi-Projekte werden somit von den Inhabern dieser Token geleitet. Da der Erwerb von Governance-Tokens grundsätzlich für jeden möglich ist, versprechen DeFi-Plattformen hier eine “Demokratisierung”. Aber funktioniert das auch in der Praxis?

Quelle und mehr: BTC Echo

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