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DAO Berlin

DAO Berlin: Dezentrale Autonome Organisation


(Quelle: DAO)

Letztes Update: 27/09/2022

Autor: Dipl.-Ing. Alexander Lührs (40)

Eine neue Marke für das Land Berlin - Berlin.de

Aus der Welt der Kryptowährungen und NFTs kommt eine neue Idee in den Mainstream: Die DAO – die “dezentralisierte autonome Organisation”. In DAOs können Blockchain-User als Teil einer Gruppe agieren und investieren. DAOS werden meiner Meinung nach das Selbstverständnis, wie Gruppen / Vereine, Organisationen, Unternehmen, sogar Städte und Regionen / Nationen heutzutage organisiert sind, disruptiv auf den Kopf stellen und Lösungsansätze bieten, deren Chancen während der Realisierung zu vielen Vorteilen führen kann.

Was sind DAOs? Die Antwort kommt darauf an, wen man fragt. Es gibt einige Leute, die glauben, die Technologie der DAOs könnte die Welt verändern. Es gibt andere, die halten das Ganze für kompletten Unsinn. Sehr starke Meinungen auf beiden Seiten, vor allem wenn man bedenkt dass die allermeisten Menschen noch nie von DAOs gehört haben.

“DAOs werden eines Tages Firmen ersetzen”, ist ein populärer Satz unter Unterstützern von DAOs, und damit ist nicht gemeint, dass einige Firmen ersetzt werden sollen, sondern alle. Tatsächlich gibt es bislang wenig Grund, anzunehmen, dass es tatsächlich so weit kommt. Aber eine wachsende Zahl von Menschen ist überzeugt, dass DAOs nach Kryptowährungen und NFTs das nächste große Thema der Blockchain-Welt sein werden.

Woher kommt der Glaube an DAOs?
DAO steht für “dezentralisierte autonome Organisation”. Gemeint ist damit eine selbstverwaltete Gruppe von Usern, die sich im Netz via Blockchain-Technologie vernetzt und gemeinsam einen Etat von Kryptowährungen verwaltet – ohne festgelegte Hierarchien.

Trotz beständiger Kritik an der Blockchain-Technologie hat sich eine digitale Szene rund um die Idee der DAOs gebildet, die darin nicht weniger sieht als die Zukunft des Internets – und gelegentlich sogar der Marktwirtschaft. Der Gedanke: Im “Web 3”, dem Nachfolger zum Web 2.0, sollen statische Hierarchien der Vergangenheit angehören und ersetzt werden durch eine fluide und dynamische Form der Organisation: die DAOs.

Was ist ein DAO?
Im Wesentlichen kann man sich eine DAO vorstellen wie ein börsennotiertes Unternehmen. Anstelle von Aktien gibt die DAO aber sogenannte “Tokens” aus, die zu einem – oft ständig schwankenden – Preis gekauft werden können. Das Erlös des Verkaufs landet in einer auf der Blockchain notierten Gemeinschaftskasse. Nun können alle Mitglieder der DAO gemeinsam darüber abstimmen, was mit diesem Geld passieren soll – je mehr Tokens jemand besitzt, umso mehr Stimmrechte hat diese Person.

In der Praxis führt dies in der Regel zu dezentralen Internet-Communities, in denen Menschen auf der ganzen Welt sich zusammentun können und sich über digitale Plattformen darüber absprechen, was die nächsten Schritte der DAO sein sollen. Wie genau dieser Entscheidungsprozess abläuft, kann unterschiedlich aussehen und ist oft Teil des Codes, der der jeweiligen DAO zugrunde liegt.

Warum gibt es DAOs?
Befürworter des DAO-Prinzips sehen darin eine moderne Form der digitalen Verwaltung. Dadurch, dass alle Entscheidungen einer DAOs über die Blockchain ablaufen, sind sie transparent und klar nachvollziehbar. Das soll das Risiko von Korruption und interner Zensur reduzieren.

Manche sehen darin auch eine Form der programmierbaren Schwarmintelligenz. Wer glaubt, die Mitglieder seiner Community seien im Kollektiv schlauere Entscheider oder bessere Anleger als eine klassische hierarchische Firmenstruktur, der findet im DAO-System eine Möglichkeit, eine Community so von der Basis aus zu organisieren.

Was tun DAOs?
Bislang bleiben real existierende DAOs noch hinter den Versprechungen ihrer größten Verfechter zurück. Aktuell werden DAOs vor allem als dezentralisierte Investmentfirmen genutzt – das bedeutet, es schließen sich dort viele Menschen zusammen, sammeln große Summen an Kryptowährungen an und investieren sie gemeinsam.

Ein beliebter Zweck für DAOs ist es beispielsweise, in Projekte zu investieren, die die Blockchain-Infrastruktur voranbringen sollen.

Doch auch in der Kulturwelt ist das Konzept angekommen: Eine DAO namens “Flamingo” machte kürzlich Schlagzeilen, indem es als Kollektiv in einen “CryptoPunk” investierte – ein digitales Kunstwerk, das als NFT verkauft wird. Eine andere DAO legte zusammen, um “Once Upon a Time in Shaolin” zu kaufen – ein Album der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan, von dem nur ein einziges physisches Exemplar existiert. Für Schlagzeilen sorgte auch die DAO “Friends with Benefits”, das für seine Mitglieder exklusive Partys veranstaltet – ganz klassisch, in der echten Welt.

Kritik an DAOs
Wie viele Technologien aus der Blockchain-Welt kommt es auch bei DAOs immer wieder zu Kritik – in der Regel wegen genau der dezentralen Strukturen, die DAO-Befürworter für ihren größten Pluspunkt halten. Eine der ersten DAOs, einfach “The DAO” genannt, wurde 2016 Opfer eines Hackerangriffs, wodurch beinahe Kryptowährungen im Wert von 50 Millionen Dollar in die Hände der Angreifer gerieten.

Auch werden viele DAOs dafür kritisiert, dass ihr erklärtes Ziel nicht etwa die Entwicklung neuer Innovationen ist, sondern lediglich die eigene Wertsteigerung. Wie bei NFTs und Kryptowährungen werden Mitgliedschaften in DAOs oft als Spekulationsobjekte benutzt – das macht sie anfällig für Manipulationen.

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