Klingsorstr. 6, 12167 Berlin
+49 151 22668185
luehrs.alexander@gmail.com

Chinesische Kryptowährung: Was taugt die zentrale Digitalwährung E-Yuan?

Chinesische Kryptowährung: Was taugt die zentrale Digitalwährung E-Yuan?

China möchte zu den führenden Ländern bei der Entwicklung der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen gehören, wie Präsident Xi Jinping im Jahr 2019 öffentlich verkündete. Dafür scheint eine staatseigene Digitalwährung unumgänglich, weshalb die zentrale People’s Bank of China (kurz: PBOC) im November 2020 nach einigen Testphasen den E-Yuan auf den Markt brachte.

Dass sich der E-Yuan dabei in vielen Aspekten von einer klassischen Kryptowährung wie z.B. Bitcoin unterscheidet, wird schon auf den ersten Blick auf Chinas Staatstoken deutlich. Welche Ziele die Regierung mit der Einführung des digitalen Yuans verfolgt und wie die virtuelle Währung das Leben der Bürger Chinas beeinflussen könnte, erklären wir in diesem Artikel.

Hat China eine eigene Kryptowährung?

Seit 2020 befindet sich der E-Yuan (auch “Renminbi” oder “eCNY” genannt) im freien Handel und kann in China einfach für den Kauf oder Verkauf von Waren verwendet werden. Auf den ersten Blick eine wirklich innovative und zukunftsträchtige Einführung der PBOC, doch viele Experten kritisieren den Begriff “Kryptowährung” für den E-Yuan.

Tatsächlich missachtet der E-Yuan einen wesentlichen Grundsatz von klassischen Kryptowährungen, der den Renminbi eher zu einer digitalen Version des chinesischen Yuan macht. Aufgrund eines eigenen, von dem Staat entwickelten Peer-to-Peer-Netzwerk basiert der China-Token nicht auf einer Blockchain und kommt deshalb alles andere als dezentralisiert daher.

Die chinesische Zentralbank gibt den eCNY nicht nur heraus, sondern kontrolliert diesen und kann jede einzelne Transaktion einer privaten Person zuordnen. Damit scheint die Verwaltung des E-Yuan weder dezentral, noch sind die Transaktionen auf einer anonymen Basis.

Des Weiteren lässt sich der E-Yuan in “Krypto-Sprache” als eine Art Stablecoin ansehen, weil der Kurs des Tokens an eine Fiatwährung gebunden ist: den chinesischen Yuan. Da der Wert des E-Yuans dementsprechend dem des Yuans entspricht, kommt die Kryptowährung mit einer geringen Volatilität daher. Aus diesem Grund wirkt der eCNY für viele Trader uninteressant.

Wie viel ist ein E-Yuan wert?

Wie bereits erwähnt, entspricht der Kurs des E-Yuans stets dem aktuellen Wert der chinesischen Landeswährung Yuan. Anders als bei kryptischen Stablecoins besitzt der eCNY nicht einmal einen eigenen Kurs, der zwischenzeitlich ein wenig vom originalen Yuan abweichen könnte.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist ein Euro genau 6,84 chinesische Yuan oder E-Yuan wert. Umgekehrt entspricht ein Yuan ca. 0,15 Euro. Weil der US-Dollar und Euro derzeit gleich viel wert sind, gilt derselbe Wechselkurs für USD.

Aufgrund der anhaltenden Inflation des Euros konnte der Yuan in den vergangenen Monaten im Vergleich zu EUR an Wert zulegen. Bis 2021 schwankte der CNY-Preis zumeist zwischen 0,12 € und 0,13 €.

Weshalb hat China den E-Yuan eingeführt?

Eigentlich dürfte es viele Menschen verwundern, dass ausgerechnet China eine digitale Währung auf den Markt bringt. Immerhin verbot die chinesische Zentralbank den Banken schon im Jahr 2013 den Handel mit Bitcoin, 2017 erklärte die Regierung die Nutzung von Krypto-Börsen für illegal. Seit 2021 dürfen auch Privatpersonen nicht mehr mit Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. interagieren.

Der Hauptgrund für das schwierige Verhältnis zwischen China und Kryptowährungen liegt in der Dezentralität. Schon seit Jahren führt die kommunistische Partei von Präsident Xi Jinping das Land mit einer sozialistischen Politik, in der jüngsten Vergangenheit entwickelte sich die Volksrepublik zu einem totalitären Staat. Dessen Ziel Nummer eins lautet die vollständige Überwachung der Bürger.

Weil Bitcoin und Co. jedoch geradewegs dazu einladen, anonyme und unüberwachte Transaktionen zu tätigen, entschloss sich das chinesische Regime zum Verbot von Kryptowährungen. Als Reaktion darauf folgt nun der E-Yuan.

Quelle und mehr: Kryptoszene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.