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Blockchain im Energiehandel: Kommt es zur Ketten-Revolution?

Blockchain im Energiehandel: Kommt es zur Ketten-Revolution?

Ende 2020 liefen die Einspeisevergütungen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für die ersten Ökostromanlagen aus. Um einen Rückbau dieser Anlagen zu vermeiden, sind neue Ideen für die Vermarktung des erzeugten Stroms erforderlich. Insbesondere für Kleinanlagen mit geringen Erträgen gilt es Vertriebswege mit niedrigen Transaktionskosten zu entwickeln. In diesem Kontext wird lokalen Versorgungsnetzwerken mit einem direkten Stromhandel zwischen Produzenten, Konsumenten und Prosumenten erhebliches Potenzial zugeschrieben, um den Betrieb kleiner Ökostromanlagen ohne staatliche Förderung sicherzustellen und gleichzeitig die Stabilität der Energienetze zu erhöhen.

Um diese Versorgungsnetzwerke zu schaffen, müssen die beteiligten Akteure zunächst zu einem wechselseitigen Austausch von Energie in der Lage sein. Die Geschäftsprozesse sollten idealerweise transparent, sicher und weitgehend automatisiert abgewickelt werden können. In diesem Beziehungsgeflecht nehmen digitale Technologien wie Blockchain (siehe unten) für ein reibungsloses Funktionieren der Geschäftsprozesse eine zentrale Rolle ein.

In unterschiedlichen Projekten, darunter vier Forschungsvorhaben des vom BMWi geförderten Technologieprogramms „Smart Service Welt II“, werden die technologischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen lokalen Stromhandel zwischen Prosumenten und Konsumenten in intelligenten Stromnetzen erforscht (Publikation „Energierevolution getrieben durch Blockchain“). Dabei werden dezentrale Systeme für lokalen Peer-to-Peer Energiehandel oder die gemeinschaftliche Stromspeicherbewirtschaftung auf Basis von Blockchain entwickelt und in echten Testregionen und -strukturen erprobt.

SMECS – SMART ENERGY COMMUNITIES

Das Fehlen eines digitalen Marktplatzes für den Vertrieb kleinerer Strommengen für eine regionale Versorgungswirtschaft mit lokalem Grünstrom lieferte den Anstoß für das Forschungsprojekt SMECS (Smart Energy Communities).

Ziel war es, kleine Energieerzeuger und -genossenschaften durch die Untersuchung und den Einsatz von Community-Ansätzen und Smart Service-Architekturen bei der Kooperation und bei Aufbau und Betreuung eines eigenen Kundenstamms zu unterstützen. Ein Projektkonsortium mit zwölf Teilnehmern unter Leitung der CIS Solutions GmbH führte das Verbundprojekt durch, welches im Februar 2018 startete und im Januar 2020 endete.

Innerhalb einer „Smart Energy Community“ werden regionale Erzeuger und Verbraucher über eine Online-Plattform miteinander vernetzt. Auf diese Weise soll einerseits der Betrieb für Erzeuger mit neuen und aus der EEG-Förderung auslaufenden Photovoltaikanlagen gesichert, andererseits der Bezug von günstigem Strom für Konsumenten ermöglicht werden. In einem Pilotprojekt in der Region Chiemgau wurden verschiedene Preis- und Vermarktungsmodelle unter realen Marktbedingungen erprobt. Via Blockchain sollte eine gesicherte und schnelle Datenübertragung den direkten Handel zwischen Erzeugern und Verbrauchern sicherstellen.

IoT-fähige Sensoren und Geräte liefern den Beteiligten aktuelle Informationen etwa zur Stromproduktion, zum Zustand der Solaranlagen, zu Wetterprognosen, zum aktuellen Stromverbrauch sowie hinsichtlich Produktions- und Verbrauchsprognosen. Ergänzt mit Informationen aus dem Web, etwa zu aktuellen Preisen an der Strombörse, entstehe eine innovative Handelsumgebung für eine regionale Versorgungswirtschaft.

Quelle: 50Komma2

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