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Afrikanischer Traum von “intelligenten Städten” bleibt stark

Afrikanischer Traum von “intelligenten Städten” bleibt stark

Trotz langsamer Fortschritte und zahlreicher Herausforderungen nehmen die intelligenten Städte in Afrika Gestalt an.

Simbabwe hat vor kurzem Pläne zur Entwicklung einer intelligenten Stadt 60 km östlich der Hauptstadt, entlang der Autobahn Harare-Mutare, bekannt gegeben. Die Ministerin für Information, Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunk Monica Mutsvangwa erklärte gegenüber Journalisten, dass die Behörden und private Entwickler Pläne für die Entwicklung der MelfortSmart City (MSC) in Angriff genommen hätten.

Auf globaler Ebene basiert das Konzept der intelligenten Stadt auf dem Einsatz verschiedener Technologien zur Förderung der öffentlichen Sicherheit sowie zur effizienteren Gestaltung des Betriebs und der Dienstleistungen einer Stadt.
Konza Stadt Kenia

Simbabwe hat im März 2018 offiziell sein Smart-City-Konzept mit dem Namen “Zimbabwe Smart Sustainable Cities Initiative” vorgestellt. Im Grünbuch der Initiative werden folgende Ziele genannt: Zugang zu sauberem Wasser, Verschönerung der Stadt, verbesserte Gesundheitseinrichtungen sowie die Einrichtung eines ausreichenden öffentlichen Verkehrsnetzes.
Melfort Smart City

Mutsvangwa wies darauf hin, dass MSC über hervorragende Wetterbedingungen, reichlich Wasserquellen, eine florierende Landwirtschaft, eine Eisenbahnlinie, eine direkte Verbindung zum internationalen Flughafen Robert Gabriel Mugabe und ein gut ausgebautes Straßennetz verfüge.

Neben MSC entwickelt Simbabwe derzeit eine weitere Smart City, Mt Hampden. Sie liegt etwa 20 km nördlich von Harare und wird das Parlamentsgebäude, Ministerien und Abteilungen der Regierung, Wohngebiete, Einkaufszentren, Hotels und Industrien beherbergen.

Der Bau des Parlamentsgebäudes ist bereits im Gange und steht kurz vor der Fertigstellung, was ein echtes Zeichen des Fortschritts ist, trotz Herausforderungen wie der COVID-19-Pandemie, die die wirtschaftliche Entwicklung in den meisten Ländern der Welt verlangsamt hat.

Das Projekt wird sowohl von der Regierung als auch von der Privatwirtschaft vorangetrieben. Das Konzept der intelligenten Städte gibt es nicht nur in Simbabwe, auch andere afrikanische Länder unternehmen ähnliche Anstrengungen und befinden sich derzeit in verschiedenen Stadien der Umsetzung dieser Projekte.

Viele Herausforderungen für Städte
Laut Raconteur stehen Smart Cities vor zahlreichen Herausforderungen wie Finanzierungshindernissen, Missverständnissen zwischen lokalen Behörden und Entwicklern sowie der Ausgrenzung der Armen.

“Die richtige Finanzierungsstruktur zu finden, kann für eine intelligente Stadt entscheidend sein. Da öffentliche Gelder in der Regel nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen, werden Finanzierungsmodelle, die internationale Entwicklungsorganisationen mit institutionellen Investoren kombinieren, immer beliebter.”

Außerdem wird in dem Papier festgestellt: “Das Streben nach Innovation um der Innovation willen hat sich für einige Entwickler als teurer Fehler erwiesen, der ihre Träume von einer fortschrittlichen Smart City platzen ließ. ”

Zu den Smart Cities, die derzeit in Afrika entwickelt werden, gehören: Modderfontein New City in Johannesburg (Südafrika), Kigali Innovation City (Ruanda) und Konza City (Kenia).

Modderfontein City wurde von dem chinesischen Unternehmen Zendai für 84 Mrd. R (5,8 Mrd. £) entwickelt. Die im Zentrum von Johannesburg gelegene Stadt wurde zu Beginn des Projekts als das New York Afrikas bezeichnet. Die Stadt sollte auch etwa 200 000 Arbeitsplätze schaffen.

Eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Projektentwickler und den lokalen Behörden von Johannesburg über den Bau von 5 000 Sozialwohnungen brachte den Fortschritt jedoch ins Stocken. Zendai beschloss, das Projekt an einen anderen Bauträger zu verkaufen, der derzeit einen weit weniger ehrgeizigen Plan umsetzt.

Raconteur berichtete, dass Ruanda bei der Umsetzung des Smart-Cities-Konzepts in Kigali erhebliche Fortschritte gemacht hat. Zu den Innovationen, die in Ruandas Hauptstadt bereits eingeführt wurden, gehören intelligente Straßenlaternen, Luftqualitätssensoren und Busse mit Wi-Fi-Anbindung und bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten.

Langsamer Fortschritt für Afrikas digitale Drehscheibe
Das milliardenschwere Projekt Konza City in Kenia, das 2018 gestartet wurde, soll Afrikas digitale Drehscheibe und Zentrum für den technologischen Fortschritt auf dem Kontinent werden. Rest of World beschreibt, wie die Initiative zur Entwicklung der Konza Smart City 2008 ins Leben gerufen wurde und mehr als zwölf Jahre nach dem Start des Vision2030-Projekts aufgrund rechtlicher und logistischer Probleme keine nennenswerten Fortschritte vor Ort zu verzeichnen waren. Erst 2013 begann die kenianische Regierung, die erste Tranche an Geld in Konza zu investieren. Die Stadt sollte 100.000 Arbeitsplätze und 37.000 Wohnungen schaffen und einen jährlichen Beitrag von 1 Milliarde US-Dollar zur Wirtschaft des ostafrikanischen Landes leisten.

Der Regierungswechsel in Kenia wirkte sich ebenfalls negativ auf den Fortgang des ehrgeizigen Projekts aus. Die Konza Technopolis Development Authority ist jedoch fest entschlossen, den Bau der Stadt fortzusetzen, wobei die erste Phase bis 2030 und das gesamte Projekt bis 2050 abgeschlossen sein soll.

Trotz aller Herausforderungen, die mit der Entwicklung von Smart Cities verbunden sind, bleibt Afrika hoffnungsvoll, dass Smart Cities eines Tages auf dem Kontinent Realität werden.

Quelle und übersetzt von: WarpNews

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